Fluchthintergründe

Weltweit nehmen die Flüchtlingszahlen zu. UNHCR (der hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge) geht von mehr als 32 Millionen Flüchtlingen weltweit aus. Nach Europa und damit nach Deutschland kommt davon nur ein Bruchteil.

Seit Anfang der 90er Jahre nehmen die bewaffneten ethnischen Konflikte und innerstaatlichen Kriege bei gleichzeitigen Zerfall staatlicher Macht in den ärmeren Ländern weltweit zu. Folter, Misshandlungen, Vertreibung, Vergewaltigungen bis hin zu Genozid sind weit verbreitet. Gleichzeitig erhöht sich mit dem insgesamt wachsenden ökonomischen Ungleichgewicht zwischen Industrie- und Entwicklungsländern der Migrationsdruck. Menschen, durch Gewalt und Terror oft gezeichnet, finden häufig keine sozialen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen mehr. Deshalb sind die Fluchthintergründe mehrdimensional. Es ist schwer, zwischen Flüchtlingen zu unterscheiden, die vor wirtschaftlichen Elend oder aber vor schweren Menschenrechtsverletzungen fliehen, häufig fliehen sie durch ein komplexes Bedingungsgefüge. Wie hoch die Traumatisierungsraten unter Flüchtlingen ist, kann nur bisher geschätzt werden. Man nimmt 20% - 60% an, je nach Herkunftsgruppe. Es steht zu befürchten, dass die Zahl der traumatisierten Flüchtlinge weltweit weiter zunehmen wird. Das hat eine zunehmende Bedeutung für eine langfristige Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes. Es kommen zunehmend auch Menschen zu uns, die diesem Kreislauf erlittene Menschenrechtsverletzungen – Traumatisierung – soziales und psychisches Elend –Gesundheitsbeeinträchtigung entfliehen möchten.

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